Oberliga: Lernprozesse im Abstiegskampf

Basketball: Brackweder Oberliga-Teams hoffen und bangen

Auf dem Vormarsch: Carsten Haak und die Brackweder Oberliga-Männer haben die Abstiegsplätze verlassen. Beim Heimsieg gegen Gütersloh markierte Haak 24 Punkte. Foto: Steffen Boberg


Von Arndt Wienböker
Bielefeld (WB). Ein Drittel der Saison ist in der Basketball-Oberliga gespielt und die Mannschaften der SV Brackwede müssen um den Ligaverbleib bangen. Während die Männer berechtigte Hoffnungen auf ein Happyend hegen, sieht es bei den SVB-Frauen ziemlich düster aus.

Abteilungsleiter Osman Erhan, der zugleich die Brackweder Oberliga-Frauen trainiert, hat wie die Mannschaft noch stark am 49:55 im Kellerduell gegen den VfL Bochum zu knabbern. »Das hat mir ein paar schlaflose Nächte bereitet«, gibt Erhan offen zu. Nach der unnötigen Niederlage gegen den Vorletzten (»Am Schluss sind wir eingebrochen«) müssen sich die SVB-Frauen mehr denn je mit der Landesliga auseinandersetzen. »Es war klar, dass es schwierig wird, aber wir geben nicht auf«, sagt der Trainer, der nach acht Niederlagen aus acht Spielen auch als Psychologe gefordert ist: »Von der Motivation her ist das eine Goliath-Aufgabe.«
Überraschend kommt der Saisonverlauf nicht, denn nach dem personellen Umbruch im Sommer blieben nur drei Spielerinnen plus Claudia Nolden als »Joker« übrig. Der Kader wurde mit eigenen Talenten aufgestockt, gleich fünf Spielerinnen gehen zeitgleich noch in der U 19-NRW-Liga auf Korbjagd. »An die Gangart in der Oberliga müssen sich die Mädels erst einmal gewöhnen« sagt Erhan, der im weiteren Saisonverlauf auf eine positive Entwicklung hofft: »Wenn alles passt, können wir mithalten. Und egal, wie es am Ende ausgeht: Wir wollen auf jeden Fall so viel wie möglich aus diesem Jahr mitnehmen.«
Während ein Abstieg bei den Frauen also keine Weltuntergangsstimmung in Brackwede erzeugen würde, käme dies bei den Männern einem Horror-Szenario gleich. Umso wichtiger war der jüngste 75:63-Heimsieg gegen den Gütersloher TV, durch den die Mannschaft von Trainer Ilijas Masnic die Abstiegsränge verlassen hat. »Das Team hat auf jeden Fall die Oberligareife und wird sich im Verlauf der Serie weiter stabilisieren«, prophezeit Erhan. Am Ende sieht der SVB-Abteilungsleiter die Männer zwischen »Platz fünf und sieben« einlaufen. Aus den letzten beiden Spielen des Jahres beim SC Buer Hassel und gegen UBC Münster III sollte allerdings noch mindestens ein Sieg her, um Weihnachten außerhalb der Sorgenzone zu verbringen.

Quelle: Westfalen Blatt vom 08.12.2010

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