Oberliga-Damen: Nach der Pause ein einseitiges Derby

TSVE-Reservistinnen siegen 79:30 gegen die SVB

Von Franz Braun
Bielefeld (WB). Das Basketball-Damen-Derby war wie von vielen vermutet eine klare Angelegenheit. Der Favorit und Tabellenzweite der Oberliga, die zweite Garnitur vom TSVE, setzte sich gegen Schlusslicht SV Brackwede mit 79:30 (29:18) durch.

Allerdings konnten die Lady Dolphins erst nach der Pause in der Helmholtzhalle ihrer Favoritenrolle auch gerecht werden. »Vorher war es ein ausgeglichenes Match, hatten wir allerdings im ersten Viertel zu viel Respekt«, meinte der Brackweder Coach Osman Erhan. Die Partie begann schleppend und ausgeglichen. Nach drei Minuten stand es noch 2:2. Doch dann nahm der Tabellenzweite langsam Fahrt auf. Mit einem 13:0-Lauf schraubte er das Ergebnis auf 15:2. »Da haben wir zu ängstlich agiert«, so Coach Erhan. Nach den ersten zehn Minuten führte der Favorit entsprechend seiner Rolle mit 16:6.
Im zweiten Viertel legte das junge Team aus dem Bielefelder Süden seinen Respekt ab. Sie suchten nun den Kampf und waren vor allem auch deutlich treffsicherer als in den ersten zehn Minuten. »Wir haben zu nachlässig und zu harmlos in der Offensive agiert. Das war einfach zu statisch, haben wir hektisch vor Ablauf der 24 Sekunden den Wurf gesucht, der aber meist sein Ziel verfehlte«, kritisierte TSVE-Coach Matthias Schöpfer das Verhalten seiner Damen im zweiten Spielabschnitt. Folge: jetzt war es ein Spiel auf Augenhöhe. Es war kein Leistungsunterschied zwischen dem Zweiten und dem sieglosen Schlusslicht zu erkennen. Mit 13:12 gewann die zweite Garnitur des Bundesligisten hauchdünn den Abschnitt vor der Pause.
Auf Augenhöhe verliefen die 20 Minuten nach dem Seitenwechsel allerdings nicht mehr. Motiviert, engagiert und entschlossen kamen die Lady Dolphins aus der Kabine. Er war, als wollten sie all die verpassten und nicht optimal ausgespielten Angriffe des zweiten Viertels wettmachen. »Wir konnten uns leider nicht mehr entsprechend wehren. Es fehlte uns die Energie, weil wir im Vorfeld der Partie, wegen diverser Krankheiten nicht richtig und zielstrebig trainieren konnten«, versucht Coach Osman zu erklären, warum es im zweiten Abschnitt ein einseitiges Derby wurde. Nur einen Feldkorb und zwei Freiwürfe ließ die Schöpfer-Truppe im dritten Abschnitt zu, scorte aber in der gleichen Zeit ganze 27 Punkte. Nun dokumentierte auch die Anzeigetafel (56:22), die drückende Überlegenheit der Gastgeberinnen auf dem Helmholtzparkett. Insbesondere Flügelspielerin Rebecca Islam lief zur Höchstform auf. Sie war von den gegnerischen Abwehrreihe einfach nicht zu stoppen.
Die Lady Dolphins kombinierten auch im Schlussabschnitt gefällig gegen den Ortsnachbarn, der sich schon mit der Niederlage abgefunden hatte. Ein leichtes Spiel für den Tabellenzweiten, der standesgemäß mit 79:30 siegte und dadurch dem Tabellenführer Herner TC II dicht auf den Fersen bleibt. »Ich bin mit vielen Aspekten des Spieles sehr zufrieden. Jetzt heißt es zwei Wochen lang gut trainieren, um gut vorbereitet in das schwierige Spiel bei der BG Hagen zu gehen,« zog Trainer Schöpfer nach dem »siebten Streich« im Jahr 2011 natürlich ein positives Fazit
Ein Heimspiel haben dagegen die Brackwederinnen nach der Karnevalspause. Am 12. März gastiert der BC Soest in der Sporthalle des Brackweder Gymnasiums.
TSVE Lady Dolphins: Julia Schmidt (6), Sarah Alf (2), Rebecca Islam (24/5 Dreier), Sahra Shalizi (12/1), Friederike Wellmann (2), Astrid Kämpfe (7/1), Melina Müller (15/2), Elisabeth Carl (0), Jana
Reinecke (5), Susanne Kammertoens (6).
SV Brackwede: Christina Budde (8), Anna Figge (2), Katharina Gorny (7), Jennifer Riedinger (5), Frederike Wegener (2), Katrin Borch (2), Caterina Küpke (2), Özlem Ibisi (2).
Viertel: 16:6, 13:12, 27:4, 23:8.

Quelle: Westfalen Blatt vom 01.03.2011

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